Checkliste für die Logistikstandortsuche

Bei der Standortwahl in der Logistik handelt es sich um eine der wichtigsten strategischen Entscheidungen eines Unternehmens. Wie man sich für den geeigneten Standort entscheidet, zeigt dieser Praxis-Guide in sechs klaren Schritten.

 Die sechs Schritte der Standortsuche

1. Was gibt es bei der Logistikstandortsuche zu beachten?

 

Die Standortsuche in der Logistik ist nicht nur eine Immobilienfrage. Eine Logistikimmobilie ist immer Teil eines Systems: Absatzmärkte, Zulieferer, Hubs, Verkehrsträger, Personal, Flächenverfügbarkeit und Genehmigungsrahmen. Wer strukturiert vorgeht, verkürzt die Suchzeit, minimiert Risiken und schafft tragfähige Entscheidungen. Deshalb lohnt sich eine Standortsuche, die vom Betrieb, den spezifischen Anforderungen und der Lage ausgeht – erst danach vom konkreten Objekt.

Typische Erfolgsfaktoren in der Standortsuche umfassen:

  • Klarheit über den Nutzungsfall (z. B. E-Commerce, Industrie, temperaturgeführt, Third-Party-Logistics)
  • Messbare Kriterien statt weicher Formulierungen
  • Vergleichbarkeit durch ein Scoring-Modell
  • Frühe Risikoprüfung (Genehmigung, Personal, Erreichbarkeit, Erweiterbarkeit)
  • Ein Plan B, falls ein Wunschstandort kurzfristig wegfällt

 

2. Faktoren für die Standortwahl

 

Das häufigste Hindernis in der Standortsuche: Das Suchprofil ist zu allgemein. Dann wird die Longlist zu groß, die Shortlist zu subjektiv und die finale Entscheidung zu langsam. Ein gutes Suchprofil ist konkret, prüfbar und individuell auf das Unternehmen zugeschnitten.

2.1. Betriebliche Anforderungen

Man startet bei der Standortsuche mit den operativen Anforderungen und fragt systematisch:

  • Wie groß muss die Immobilie sein (Halle, Büro, Mezzanine, Freifläche)?
  • Welche Andienung wird benötigt (Rampen, ebenerdig, Rangierflächen)?
  • Welche technischen Anforderungen gelten (Hallenhöhe, Bodenlast, Sprinkler, Heizung/Kühlung)?
  • Welche Prozesse sollen abgebildet werden (Cross-Dock, Kommissionierung, Value Added Services, Retouren)?

  • Wann muss die Immobilie bezugsfertig sein (Go-live-Datum, Ramp-up-Phase)?
  • Kommt eine Bestandsimmobilie in Frage oder wird ein Neubau benötigt?
  • Wie viel Zeit ist realistisch für Suche, Vertrag, Umbau/Fit-out und Inbetriebnahme?

  • Welche Miet-/Kaufkosten sind tragbar?
  • Welche Nebenkosten sind zu erwarten (Energie, Betrieb, Instandhaltung)?
  • Welche indirekten Kosten fließen ein (Transportkosten, Personal, Peak-Kapazitäten)?

  • Welche Fahrzeiten sind erforderlich (zu KundInnen, LieferantInnen, Hubs)?
  • Welche Verkehrsanbindung ist zwingend (Autobahn, Hafen, Flughafen, Gleisanschluss)?
  • Welche Cut-off-Zeiten müssen erfüllt werden?

  • Wie viele MitarbeiterInnen werden benötigt (Schichtmodell, Peak)?
  • Wie wichtig ist eine ÖPNV-Anbindung?
  • Wie ist die Wettbewerbssituation um Arbeitskräfte?

  • Ist Nachhaltigkeit gefordert (ESG-Vorgaben, Energie-/Emissionsziele)?
  • Gibt es Anforderungen an Photovoltaik, Ladeinfrastruktur, Energiemanagement?
  • Sind Erweiterungsflächen oder Drittverwendungsfähigkeit relevant?

2.2. Kriterien priorisieren

Das Suchprofil nach Relevanz zu priorisieren, verhindert Zeitverzögerungen.

Die sogenannten K.O.-Kriterien müssen klar definiert sein.

Beispiele:

  • Mindesthallenfläche
  • Max. Fahrzeit zu zentralen KundInnen/Hubs
  • Go-live-Termin ist realistisch
  • Schichtbetrieb erlaubt (keine Restriktionen)

Soll-Kriterien sollten im Regelfall erfüllt sein, aber haben einen gewissen Entscheidungsspielraum.

Beispiele:

  • Erweiterungsoption in zwei bis drei Jahren
  • ÖPNV in definierter Entfernung
  • Energiestandard oder Photovoltaik-Potenzial

Es ist optimal, wenn diese Kriterien am Standort erfüllt werden, aber kein Ausschlusskriterium.

Beispiele:

  • Regionale Förderung
  • Zusätzliche Büroflächen
  • Spezielle Zusatzausstattung

2.3. Ergebnis: Ihr Suchprofil

 

Mögliches Template als Grundlage:

Suchprofil

 

Use Case: z. B. E-Commerce, Industrie, 3PL

Go-live: Datum | Zeitraum

Flächen: Halle __ m² | Büro __ m² | Frei __ m² | Erweiterung __ m²

Andienung: Rampen __ | ebenerdig __ | Rangieren: ja/nein

Technik: Hallenhöhe __ m | Bodenlast __ | Sprinkler: ja/nein

Netzwerk: max. Fahrzeit zu __ | Autobahn in __ min | Hub-Anbindung: ja/nein

Personal: Ziel-FTE __ | Schichten __ | ÖPNV max./min. __

Budget: Miete __ €/m² | Capex __ | Nebenkosten __

Must-haves: 3–7 Kriterien

Soll-Kriterien: 5–10 Kriterien

Nice-to-have: optional

Wenn Sie mehr über die Vorteile des Logisplorer® bei der Standortwahl für Unternehmen oder in der Projektentwicklung erfahren möchten, informieren Sie sich hier:

 

3. Identifizierung des passenden Standorts

 

So geht man praktisch vor:

Nun wird aus dem Suchprofil ein strukturierter Suchprozess. Ziel ist eine erste Auswahl potenziell passender Standorte (Longlist), die sich anschließend mit einem Scoring zur Shortlist entwickelt.

3.1. Makro-Screening


Im Makro-Screening prüft man passende Regionen (Makrolage).

Typische Leitfragen:

  • Welche Regionen erfüllen Ihre Fahrzeit- und Service-Anforderungen?
  • Wo sitzen KundInnen, LieferantInnen, Produktion oder Hubs?
  • Welche Verkehrskorridore sind entscheidend (Autobahnen, Flughafen, Hafen, GVZ, Gleisanschluss)?

Praxis-Tipp: Lieber zwei bis drei Suchkorridore statt 15 Einzelorte wählen. Das erhöht Fokus und Vergleichbarkeit.

Vertiefen Sie Ihr Wissen zur Bewertung von Makrostandorten (Netzwerk, Korridore, Erreichbarkeit) auf dieser Seite:

 

3.2. Mikro-Screening


Im Mikro-Screening identifiziert man geeignete Standorte (Mikrolage).

Prüffragen:

  • Welche GE/GI-Flächen gibt es in der Region? Passen sie zu den Nutzungsanforderungen?
  • Wie ist die Verfügbarkeit (Bestand, Projektentwicklung, kurzfristige Optionen)?
  • Wie hoch ist die Konkurrenz (Nachfrage, Verdrängung, Timing)?
  • Wie ist der Arbeitsmarkt strukturiert (Recruiting, Schichtarbeit, ÖPNV)?
  • Gibt es passende Zulieferer/Absatzmärkte, falls erforderlich?
  • Welche Risiken sind früh sichtbar (Genehmigung, sensibles Umfeld, Verkehr, Erweiterbarkeit)?

Erfahren Sie mehr zum Thema Analyse eines Mikrostandorts auf dieser Seite:

 

3.3. Ergebnis: Longlist


Nach dem Makro- und Mikro-Screening trifft man eine Vorauswahl, die sogenannte Longlist. In der Praxis umfasst sie häufig acht bis 20 Optionen: Standorte, Gewerbegebiete oder konkrete Objekte, die grundsätzlich zum Suchprofil passen.

Wichtig ist: Eine Longlist ist keine finale Auswahl, sondern eine Arbeitsphase, die die Suche eingrenzt, ohne frühzeitig Chancen auszuschließen. Damit die Longlist stichhaltig ist, müssen die K.O.-Kriterien bereits grob geprüft werden. So vermeidet man, dass später Zeit in Optionen investiert wird, die in der Shortlist-Phase ohnehin herausfallen würden.

Parallel dazu lohnt es sich, für jede Longlist-Option die ersten Annahmen zu Kosten, Zeitrahmen und Risiken zu dokumentieren, hierfür ist ein kompakter One-Pager ausreichend. Diese frühzeitige Dokumentation schafft Klarheit und legt die Grundlage für den nächsten Schritt: Scoring und Shortlist.

 

4. Mit Scoring zur Shortlist

 

Um die Standort-Optionen der Longlist genauer einzuordnen, eignet sich im nächsten Schritt eine Scoring-Analyse. Dadurch erkennt man übersichtlich, wie viel oder wenig Potential die Optionen haben. Scoring schafft Transparenz: Warum ist Standort A besser geeignet als Standort B?

Zur Analyse legt man vergleichbare Standortfaktoren fest. Anschließend nimmt man eine Gewichtung dieser Faktoren vor. Wie relevant sind diese Kriterien für das Unternehmen? Welcher Faktor spielt eine größere Rolle bei der Standortsuche? Nach der Gewichtung erhält jeder Standort als Ergebnis einen Gesamtscore. Je höher die Zahl, desto größer das Potential.

Kriterien, Gewichtung & Punktevergabe

Zum Aufsetzen der Scoring-Analyse bewährt sich ein 100-Punkte-Modell. Jedem Faktor wird eine Gewichtung zugeschrieben. Je wichtiger der Faktor desto höher die Punktevergabe.

Standortfaktoren

  • Verfügbare Fläche (10 Punkte)
  • Genehmigungen (12 Punkte)
  • Verkehrsanbindung (15 Punkte)
  • Zulieferung (8 Punkte)
  • Absatz (9 Punkte)
  • Kosten (13 Punkte)
  • Fachkräfte (10 Punkte)
  • Risiken (11 Punkte)
  • Nachhaltigkeit (7 Punkte)
  • Erweiterung (5 Punkte)

Summe der Punkte: 100

Dynamisch bewerten

Nicht jeder Standort wird stets gleich bewertet. Scoring ist ein dynamischer Prozess. Denn der Nutzungsfall definiert, welche Kriterien kritisch sind und den größten Einfluss auf den Betrieb haben. Deshalb behält das Scoring-Modell zwar eine feste Grundstruktur, aber die Gewichtung fällt je nach Nutzungsfall anders aus. Damit stellt man sicher, dass die Bewertung die spezifischen Erfolgsfaktoren des Geschäftsmodells abbildet.

Beispiel E-Commerce und Last-Mile

Im E-Commerce – insbesondere Last-Mile – steht die Servicefähigkeit im Mittelpunkt. Entscheidend ist, ob der Standort die Cut-off-Zeiten und gewünschte Zustelllogik (Next-Day, Same-Day, Zeitfensterzustellung) zuverlässig ermöglicht. Schon wenige Minuten Differenz bei Fahrzeiten, Stauanfälligkeit oder Zugang zu Ballungsräumen wirken sich direkt auf Zustellqualität, Tourenplanung und Kosten aus.

Gleichzeitig ist der Personalfaktor häufig kritisch. Viele E-Commerce-Setups sind personalintensiv, arbeiten in Peaks (z. B. saisonal) und setzen Schichtarbeit voraus. Deshalb sollten Arbeitsmarkt, Anbindung, Wettbewerb um Arbeitskräfte und Personalbeschaffung im Scoring stärker ins Gewicht fallen.

Industrie und Ersatzteile

In industriellen Strukturen oder in der Ersatzteillogistik geht es häufig um Versorgungssicherheit, Stabilität und Verfügbarkeit. Ein Standort muss auch über lange Laufzeiten zuverlässig funktionieren und darf keine versteckten Risiken mitbringen. Deshalb rücken Kriterien wie Genehmigungsfähigkeit, Restriktionen, Bau-/Umrüstbarkeit, sensibles Umfeld, Erweiterbarkeit und Zeitplan stärker in den Fokus.

Der Service-Aspekt ist hier ebenfalls relevant. Ersatzteil- und Produktionslogistik ist oft eng an definierte Reaktionszeiten, Produktionsfenster oder feste Transportläufe gebunden. Die Verkehrsanbindung und planbare Fahrzeiten sollten daher ganz oben im Ranking stehen. Ein Standort kann also trotz moderater Kosten durch hohe Umsetzbarkeit und stabile Servicequalität vorn liegen.

Third-Party-Logistics (3PL)

Bei Third-Party-Logistics (3PL) (Kontraktlogistik- oder Multi-User-Modelle) ist die Standortsuche häufig stärker durch Wirtschaftlichkeit und Flexibilität geprägt. 3PL-Anbieter steuern Kapazitäten je nach Kundenmix, Volumenschwankungen und Vertragslaufzeiten dynamisch. Deshalb spielen Kosten (Miete, Betriebskosten, Personal- und Transportkosten) eine zentrale Rolle im Scoring.

Mindestens genauso wichtig ist die Skalierbarkeit. Kann der Standort kurzfristig zusätzliche Schichten, mehr Personal, Zulieferungen oder Flächen aufnehmen? In der Praxis sind bei 3PL außerdem die Vertragsmodalitäten ausschlaggebend. Optionen auf Erweiterungsflächen, flexible Laufzeiten, klare Capex-Regelungen und Exit-Fähigkeit beeinflussen das Risiko- und Kostenprofil stark. Sie sollten im Scoring ersichtlich sein.

Die Shortlist

Nach dem Scoring verdichtet man die Auswahl konsequent auf eine Shortlist von drei bis sechs Standorten. Für diese plant man anschließend Vor-Ort-Termine und Detailprüfungen ein, um die relevanten Voraussetzungen unmittelbar am Standort zu inspizieren. Dadurch lässt sich bereits die Grundlage für eine strukturierte Due Diligence – die finale Entscheidung fachlich abgesichert – legen.

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5. Due Diligence

 

Die Due Diligence ist die strukturierte Prüfung, ob das Objekt wirtschaftlich, rechtlich, technisch und steuerlich wirklich zum Vorhaben passt. Sie ermittelt Risiken vor Vertragsabschluss und verbessert die Verhandlungsposition. Eine Due Diligence wird grundsätzlich von Fachleuten vonseiten des Käufers und mithilfe von externen BeraterInnen durchgeführt.

Kurz gesagt: Due Diligence ist eine sorgfältige Risikoprüfung und Analyse zur Absicherung und Kaufpreisfindung:

  • Ist der Standort genehmigungsfähig für Ihre Nutzung?
  • Kann das Objekt Ihren Betrieb sicher und skalierbar abbilden?
  • Passt die Zeitachse zu Ihrem Go-live?
  • Ist die Wirtschaftlichkeit plausibel?

 

Schwerpunkte einer Due Diligence:

1. Wirtschaftlichkeit: Die wirtschaftliche Prüfung bewertet die Gesamtwirtschaftlichkeit des Standorts anhand von Miete oder Kaufpreis, erforderlichen Investitionen für Umbau/Fit-out, Nebenkosten, Instandhaltungsaufwand sowie Transport- und Personalkosten. Zusätzlich fließen Ramp-up-Kosten und Aufwendungen für den operativen Hochlauf in die Betrachtung ein.

2. Recht & Genehmigung: Die rechtliche und genehmigungsbezogene Prüfung klärt die Zulässigkeit der geplanten Nutzung. Ob die konkrete Betriebsform zum Baurecht, zu bestehenden Auflagen und zu möglichen Betriebszeiten passen. Sie berücksichtigt potenzielle Beschränkungen durch ein sensibles Umfeld und ob Bestandsschutz vorliegt. Sie prüft die Genehmigungsfähigkeit geplanter Umbauten oder Erweiterungen und welche Gutachten und Nachweise dafür erforderlich sind.

3. Objekt & Technik: Die technische Objektprüfung ermittelt die Eignung von Gebäude und Grundstück für den Logistikbetrieb. Sie stellt sicher, dass Andienung, Zufahrten, Rangiermöglichkeiten und Freiflächen in Umfang und Ausgestaltung ausreichend sind. Sie erfasst die wesentlichen Gebäudeparameter wie Hallenhöhe, Qualität und Tragfähigkeit der Bodenplatte, Beleuchtung sowie den Brandschutz.

4. Personal & Betrieb: Die betriebliche Prüfung analysiert die Funktionsfähigkeit des Standorts im Tagesgeschäft. Sie beurteilt das Layout des Objekts in Bezug auf Materialfluss und Flächennutzung. Sie prüft die Peak-Fähigkeit und Skalierbarkeit, insbesondere die Möglichkeit Schichten, Personal, Flächenoptionen oder organisatorische Maßnahmen kurzfristig zu erhöhen.

5. Nachhaltigkeit & Zukunftsfähigkeit: Die Prüfung von Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit bewertet, ob relevante ESG-Anforderungen erfüllt werden. Sie erfasst die vorhandenen Nachweise, den energetischen Zustand und die Transparenz der Verbrauchsdaten. Daraus kann ein plausibler Modernisierungspfad folgen, um die Immobilie langfristig regelkonform, wettbewerbsfähig und effizient zu betreiben.

 

6. Abschluss: Finale Auswahl & Plan B

 

6.1. Wie wird die finale Auswahl getroffen?

 

Wichtige Punkte für eine Entscheidungsvorlage

  • Top-3 Standorte (Shortlist) mit Score und Kurzbegründung
  • Aufschlüsselung der Kosten (Miete/Kauf, Nebenkosten, Capex)
  • Zeitplan (Go-live-Risiko, Umbau/Übergabe)
  • Aktuelle Risiken + Maßnahmen + Rest-Risiko
  • Empfehlung (Top-Standort) + Begründung

 

6.2. Plan B

 

Was tun, wenn der gewünschte Standort kurzfristig wegfällt? In dynamischen Märkten gehört ein Backup zum professionellen Risikomanagement.

Plan-B-Optionen

  • Backup-Standort in der Shortlist aktiv halten
  • Optionen verhandeln (z. B. flexible Starttermine)
  • Interimslösung prüfen (Zwischenlager, temporäre Fläche, Outsourcing an 3PL)
  • Multi-Site statt One-Location

Praxis-Tipp: Plan-B-Trigger definieren: Welche Ereignisse lösen den Wechsel aus (Zeitverzug, Genehmigungen, Konditionen, Baukosten)?

 

Zusammenfassung

 

Eine erfolgreiche Standortsuche in der Logistik ist strukturiert, datenbasiert und entscheidungsorientiert. Man beginnt mit einem präzisen Suchprofil, grenzt den Suchraum über Makro- und Mikro-Screening ein, priorisiert mit Scoring und sichert die Entscheidung über die Due Diligence ab.

  1. Ein gutes Suchprofil ist konkret, messbar und priorisiert (Must/Soll/Nice).
  2. Makro- und Mikro-Screening reduzieren Suchaufwand und bewirken Passgenauigkeit.
  3. Ein Scoring macht Entscheidungen objektiv und resultiert in einer Shortlist.
  4. Due Diligence verifiziert Annahmen und schützt vor Risiken.
  5. Ein aktiver Plan B verbessert die Handlungsfähigkeit und stärkt die Verhandlungsposition.

Häufig gestellte Fragen – FAQs

Das hängt vom konkreten Nutzungsfall ab. In der Praxis dominieren meist Service und Netzwerk (Fahrzeiten/Cut-off), Kosten (inkl. Transport und Personal), Umsetzbarkeit/Risiken (Genehmigung, Zeitplan) sowie Personal (Arbeitsmarkt, Recruiting).

Starten Sie mit einem präzisen Suchprofil und definieren Sie zwei bis drei Drehscheiben oder Korridore im Makro-Screening. Danach prüfen Sie im Mikro-Screening Verfügbarkeit, Restriktionen und Arbeitsmarkt. Erst dann lohnt eine konkrete Objektprüfung.

Häufige K.O.-Kriterien sind fehlende Genehmigungen, unzureichende Andienung/Rangierflächen, nicht erfüllbare Fahrzeiten sowie ein Personalmangel oder fehlende Erweiterungsoptionen.

Weil in vielen Logistikmodellen Transport- und Personalkosten die wesentlichen Treiber sind. Ein Standort mit günstiger Miete kann durch längere Wege, schlechtere Recruiting-Optionen oder höhere Betriebsrisiken insgesamt teurer sein.

Sie definieren Kriterien, gewichten sie (z.B. Vergabe von 100 Punkten) und bewerten Standorte auf einer Skala. Sie dokumentieren diese Annahmen. Das Ergebnis ist eine nachvollziehbare Priorisierung von möglichen Standorten in einer Shortlist.

Typischerweise werden bei einer Due-Diligence Aspekte zu Wirtschaftlichkeit, Recht, Technik und Steuer geprüft, häufig Nachhaltigkeit. Ziel ist die Absicherung gegen Risiken vor Vertragsabschluss.

Halten Sie sich mindestens einen Standort als Ausweichoption offen, verhandeln Sie Optionen und prüfen Sie Interimslösungen. Definieren Sie zusätzlich klare Trigger für einen Wechsel. So vermeiden Sie Zeitverlust, wenn ein Wunschstandort wegfällt.

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